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Ein interessantes Weinjahr findet ein frühes Ende.

Der ungewöhnlich frühe Start und auch das extrem frühe Ende der Traubenlese hat zu großer Aufmerksamkeit in der Presse geführt.
Heute wollen wir diese Aufmerksamkeit aufgreifen und Ihnen die Ergebnisse aus unserem Weingut schreiben.
Das Wetter war wieder der dominante Faktor in der Entwicklung der Weintrauben bis zur Ernte. Begonnen hat alles nach einem sehr warmem März, gefolgt von milden Temperaturen im April. Bedingt dadurch begannen die Reben früh zu wachsen, was im Allgemeinen mit gemischten Gefühlen seitens der Winzer betrachtet wird. Gemeint sind Spätfröste – das sind Fröste, die nach dem Ende des Winters noch einmal auftreten können und dann die neu gewachsenen Rebtriebe schädigen können. Diese Spätfröste kamen dann sehr früh, noch vor den Eisheiligen.
Am 17. April erfolgte eine Warnung für den Weinbau mit folgendem Wortlaut: „Laut aktueller Witterungsprognose herrscht ein nördlich einströmendes Hochdruckgebiet polarer Luftmassen, mit denen in den kommenden Nächten mit Frost gerechnet werden muss.“
Und so kam es dann auch. In der Nacht vom 18. auf den 19. April Minus 3°Celsius, nächste Nacht Minus 5° Celsius und in der Nacht vom 20. April auf den 21. April unglaubliche Minus 6° Celsius. Nach mehreren Tagen konnte man dann das ganze Ausmaß dieser Spätfröste erkennen, wir rechneten mit 30 bis 50% Schaden.
Über den Sommer entwickelten die Reben sich dann sehr gut. Die Monate Juli, August und Anfang September begleiteten das Wachstum mit üppigen Niederschlägen und warmen Temperaturen. Dadurch entwickelten sich die Reben in einem enormen Tempo, so dass wir Anfang September eine frühe Traubenlese auf uns zukommen sahen.
Aber vorher musste einiges zusätzlich getan werden: Hier waren alle Variationen einer Traubenlese angebracht wie selektive Vorlese der angefaulten Trauben von Hand, Wegschneiden der unreifen und unvollständigen Trauben, Handlese der schönsten Trauben, um anschließend zügig und zeitgerecht mit dem Vollernter zu lesen.
Die Lese begann am 15. September mit Müller-Thurgau Trauben, dann Dornfelder, Weißburgunder, Regent und mit höchster Konzentration die Riesling Lese, die wir dann am 11. Oktober abschließen konnten.
Der frühe Lesebeginn und die schnelle Reife der Trauben hatten uns in den letzten Wochen vor eine große Herausforderungen gestellt. Doch vom Ergebnis sind wir mit Blick auf das ganze Jahr dann doch sehr zufrieden. Der Ertrag pro Hektar liegt bei 6.500 Liter und damit um 19% unter dem langjährigen Ertrag. Qualitativ erreichten wir einige Qualitätsweine, vorwiegend Spätlese und eine kleine feine Menge Riesling Auslese.

Freuen Sie sich auf einen guten 2017er Wein.

Zum Wohl

Ihr Winzer Bernhard Faber
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